Ist ja auch viel einfacher, alles auf diese Berufsgruppe zu schieben als auf das eigene, mitunter faule oder gar schlecht erzogene Kind.
Wir haben mit der Englischlehrerin unseres Sohnes nur die besten Erfahrungen gemacht. Und hören von mindestens 2 anderen Eltern bitterste Beschwerden.
Auf Nachfragen hin stellt sich dann raus, daß es nur an mangelnder Kommunikation lag. Und nicht an der Lehrkraft.
Beispiel:
Die Mutter eines anderen legasthenen Sohns beschwert sich bei uns (!) während eines Klassenfests (!), die Lehrerin hätte ja diverse Fehler bei einer Arbeit gar nicht als Legasthenie-Fehler anerkannt und sie wüßte gar nicht warum.
Ich frage daraufhin, ob sie denn mit Frau XY (der Name der Lehrerin) schon darüber gesprochen hätte.
Sie fragt: Wer ist denn das?
Hallo? Sie redet mit der Frau nicht, kennt nicht mal ihren Namen und erwartet, daß diese hellsehen kann, was den Sohn betrifft?
Anderes Beispiel:
Eine Mutter beschwert sich, die Lehrerin hätte ihrem Sohn in Englisch eine 4 gegeben und hätte ihn faul genannt.
Erst nach mehrmaligem Nachfragen rückte sie dann damit heraus, daß der Herr Sohn in der Tat praktisch nie Hausaufgaben gemacht und auch nicht gelernt hätte.
Nun, das nennt man doch faul, oder? Welche Note hätte der Junge bekommen sollen??
Es gibt bei den Lehrern sicher auch weniger geeignete, wie in jedem Beruf. Aber wir haben seit Jahren die Erfahrung gemacht, daß man den Menschen auf Augenhöhe begegnen muß und sie nicht für alles Leid des Kindes oder der Familie verantwortlich machen darf. Sie tun in der Regel ihr bestes und wenn man das anerkennt, also auch mal ein Lob äußert, dann sind sie selbstverständlich kooperativ.
Wenn man natürlich jede Gelegenheit nutzt, lieber zu lästern als zu kommunizieren und dabei noch liebend gern Dinge weiter gibt, die man von jemandem gehört hat, der sie wiederum über Ecken gehört hat, die man aber selbst gar nicht beurteilen kann, dann ist das ein wirkliches Armutszeugnis.