Mein Sohn ist Legastheniker und demzufolge ist das ein für mich sehr interessantes Thema. Der ein oder andere Beitrag beschäftigt sich auch damit.
Eine Liste der diesbezüglichden Literatur wäre unendlich lang und würde auch viel Sinnloses oder gar Falsches enthalten. Auch könnte sie niemals komplett sein, wer kann schon alles lesen, was es zu einem Thema gibt?
In dieser Liste stehen die Bücher, die ich zum Thema bisher gelesen habe.
Hier zunächst die Bücher, die ich empfehle:
Petra Küspert: Neue Strategien gegen Legasthenie
Für mich bisher das am besten geschriebene Buch über das Erkennen, Vorbeugen und Behandeln der LRS
Mechthild Firnhaber “Legasthenie und andere Wahrnehmungsstörungen
Ein Klassiker, mein erstes Buch zum Thema überhaupt, in einer recht alten Ausgabe von einer Bekannten geschenkt bekommen.
Als ich anfing es zu lesen mußte ich weinen, so nah gingen mir die Beschreibungen von Frau Firnhaber, was ihre Söhen damals erleiden mußten.
1971 hat sie selbst die Therapie ihrer Söhne übernommen, da die Forschung damals in den Kinderschuhen steckte und sie zunächst nirgends auf Unterstützung stießen.
Sie hat in Hessen den Landesverband Legasthenie gegründet , ich habe sie auch persönlich bei einem Vortrag erlebt, eine beeindruckende Frau, die sich dem Thema Legasthenie, Erkennung und Therapie voll verschrieben hat.
Andreas Warnke,Uwe Hemminger,Ellen Plume “Ratgeber Lese-Rechtscheibstörungen”
Dieses dünne Heftchen (40 Seiten) gibt gut zusammengefaßt alle nötigen Informationen um sich dem Thema zu nähern. Ich habe es damals der Klassenlehrerin und dem Hort zur Verfügung gestellt, weil ich den Eindruck hatte, sie haben nicht wirklich Ahnung von der Materie.
Jana Schenke-Krämer “Gordy - ich bin nicht dumm”
Ein bewegendes Buch, in dem die Legasthenie, deren Auswirkung, Diagnose und Therapie aus Sicht des Kindes Gordy beschrieben wird. Sehr gut zum Vorlesen geeignet!
Ein Buch aus dem “books-on-demand-Verlag”
Lisa Dummer-Smoch “Mit Phantasie und Fehlerpflaster”
Die Legasthenie ist in der pädagogischpsychologischen Forschung und dadurch auch an den Schulen weitgehend zum Stiefkind geworden. Der Legastheniebegriff hat sich gewandelt, man ist von einer umfassenden psychologischen und medizinischen Diagnose abgerückt, das Problemverständnis überhaupt für die Legasthenie ist vielerorts verlorengegangen. Dieser Vorgang ist ein einzigartiges Beispiel dafür , daß ein Problembewußsein schwindet - während gleichzeitig das Problem nach wie vor besteht! Es gibt Schüler mit Lese-Rechtschreib-Schwäche, sie haben andere Lernvoraussetzungen und Lernprobleme, sie haben Schullaufbahnprobleme. Die Situation der Betroffenen wird in den ersten Kapiteln anschaulich aufgezeigt durch Briefe von Müttern, durch Zeugnisbemerkungen von Lehrern sowie durch Äußerungen der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Da die Schule selbst nur begrenzte Möglichkeiten hat, Legasthenikern zu helfen, vermittelt dieses Buch Hilfe zur Selbsthilfe . Eltern und Lehrer erhalten vielfältige Anregungen für spielorientiertes, entspanntes und dadurch erfolgreiches Üben.
Da ich mit Malte das Training nach Reuter-Liehr zweimal die Woche mache, habe ich mich mit den Vorschlägen wenig beschäftigt, es wird sonst einfach zu viel “Legasthenie” im Alltag. Aber das Buch ist gut und verständlich geschrieben.
Frau Dummer-Smoch gehört ebenfalls zu den “alten Hasen” und hat viel für die Legsthenie-Forschung getan.
Dr. med. Gerd Schulte-Körne “Elternratgeber Legasthenie”
Dieses Buch wird empfohlen vom BVL (Bundesverband Legasthenie u. Dyskalkulie e. V.) und dies zu Recht.
Lese- und Rechtschreib-Störung - die Diagnose oder der Verdacht darauf stellt Eltern vor viele Fragen. Das Handbuch zur Legasthenie gibt ihnen umfassend Antwort: Der Autor erläutert die Ausprägungen von Legasthenie, beleuchtet die Ursachen und stellt Diagnosemethoden vor. Praxisnah wird erklärt, wie Kinder zu Hause und in der Schule gefördert werden können und welche Therapieansätze es gibt.
Es ist gut und verständlich geschrieben und auch die Darstellung des derzeitigen Forschungsstands wird für Laien verständlich dargestellt.
Waldemar von Suchodoletz (Hrsg.): “Therapie der Lese-Rechtschreibstörungen”
In diesem Buch werden die traditionellen und alternativen Behandlungsmethoden übersichtlich dargestellt. Jede Methode wird bewertet und, falls vorhanden, der wissenschaftliche Hintergrund dargelegt. Wichtig das Fazit: Alternative Behandlungsmethoden, die es wie Sand am Meer gibt, bewirken wenig bis gar nichts.
Gerd Schulte-Körne (Hrsg.): “Legasthenie und Dyskalkulie: Aktuelle Entwicklungen in Wissenschaft, Schule und Gesellschaft”
Die Beiträge in diesem Buch stellen den aktuellen Forschungsstand (2005) zu den diagnostischen Verfahren und insbesondere zur Förderung bei Legasthenie und Dyskalkulie dar. Sie beruhen auf dem 15.Kongress desl BVL in Berlin in 2005.
Hier bekommt man einen hervorragenden Überblick, auch wenn die Darstellung hier und da sehr wissenschaftlich ist.
Klicpera,Schabmann,Gasteiber-Klicpera: “Legasthenie”
Dies ist eigentlich ein Lehrbuch, welches auch zur Prüfungsvorbereitung in den Bereichen Pädagogik, Psychologie empfohlen wird. Also für uns Normal-Eltern doch sehr wissenschaftlich und extrem fachbezogen.
Ich habe es nicht ganz durchgelesen, halte es dennoch für ein fundiertes Buch, halt für Fachleute.
Diese Werke hier kann man getrost im Laden liegen lassen:
Ute Jahn / Eva-Marie München “Lese- und Rechtschreibschwäche?”
In diesem dünnen Buch (100 Seiten) wird die Theorie (Erkennen, Diagnose) nur knapp abgehandelt. Der Schwerpunkt liegt in den Fördermaßnahmen,wobei es nicht wirklich auf die “echte” Legasthenie” eingeht.
“…Gegen Lese- und Rechschreib-Schwierigkeiten kann man etwas unternehmen! Vor allem sollten Eltern verstehen, dass LRS nicht nur etwas mit ihrem Kind, sondern auch sehr viel mit der Schule zu tun hat.
Dieser Band erklärt, welche Ursachen es haben kann, wenn Kinder in der Grundschule und in den ersten Schuljahren der weiterführenden Schule auffallende Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung und dem Lesen haben. Er gibt Eltern praxiserprobte Hinweise, wie sie ihren Kindern zu Hause helfen können. …”
Für die Lese-Rechtschreib-SCHWÄCHE (im Gegensatz zur -STÖRUNG) gibt es hier ausreichend Informationen bezüglich Fördermöglichkeiten. Aber für Eltern eines Legasthenikers kann dieses Buch nur einen kurzen Abriß liefern und einen kleinen Einstieg ins Thema. Mehr nicht.
Saskia Steltzer “Wenn die Wörter tanzen”
Dieses Buch hätte ich mir sparen können, es bietet nicht viel neues. Auch finde ich es nicht besonders schön geschrieben.
Interessant sind die Erfahrungen von Betroffenen, die hier wiedergegeben werden.
Die Autorin schildert ihre eigenen Erfahrungen mit ihrem betroffenen Kind, die Probleme, die Diagnose und die verschiedenen Therapien.
Am erfolgreichsten war sie mit der sog. “Davis-Methode”, die dann auch ausführlich beschrieben wird. Mir persönlich sagt das nicht so zu, aber ich habe mich auch nicht weiter damit beschäftigt, da wir ja eine Therapie-Methode haben mit der wir klarkommen. Die Methode wird auch mitunter als “Humbug” bezeichnet…
Liegt bei mir im Schrank, leider noch ungelesen, daher ohne Bewertung:
Karlheinz Barth “Lernschwächen früh erkennen”











